Ein Weg in die Medien: Studium

Kommunikationsmanagement

Um einen direkten Einblick in einen Studiengang der Medien zu bekommen, habe ich ein Interview mit einem Studierenden gemacht. Er hat mir ein paar Infos rund um sein Studium und dahingehend einen möglichen Weg in die Medien geliefert.

Studiengangwahl

Was studierst du? Wie genau bist du auf den Studiengang gekommen?

Ich studiere Kommunikationsmanagement am Campus Lingen der Hochschule Osnabrück. Ich war vor einigen Jahren im Rahmen einer schulischen Projektwoche zur Berufsorientierung auf einem  Studieninformationstag der Hochschule Osnabrück . Schon damals fand ich den Studiengang sehr spannend, da uns Labore wie ein TV- und Radiostudio präsentiert wurden und ich mich eben für all das interessierte. Ich hatte auch schon damals selbst einige Videos und Radiosendungen mit meinen Freunden zum Spaß produziert. 

Jedoch habe ich den Studiengang aus den Augen verloren. Ich hatte vom Lernen in der Schule genug. Außerdem wollte ich ursprünglich gar nicht studieren, sondern direkt ein  Volontariat in einer Radioredaktion  starten und hatte tatsächlich schon einen Vertrag dafür. Doch nach reichlich Überlegung und vielen Gesprächen mit Freunden, Familie und Kollegen, sowie weiteren Bewerbungsgesprächen kam ich zu dem Schluss, mein Volontariat abzusagen. Stattdessen bewarb ich mich für das Studium. Ich erhoffte mir dadurch mehr Chancen für mein späteres Berufsleben offen zu halten und mich einfach breiter aufzustellen.

Hochschule Osnabrück  Quelle: https://www.hs-osnabrueck.de/

Passende Vorerfahrungen

Was hast du vor Beginn des Studiums gemacht? Hast du schon Erfahrungen in dem Bereich gesammelt gehabt?
 Vor Beginn des Studiums hatte ich schon des öfteren Kontakt mit diversen Medien, wobei mir Radio- und Videoprojekte aber besonders am Herzen liegen. Wie schon erwähnt, habe ich viele kreative Videoideen mit meinen Freunden umgesetzt. Und dabei u.a. Kurzfilme, Sketche, Musikvideos und noch vieles mehr geplant, gefilmt und geschnitten. Zudem habe ich teils schulische und teils freiwillige Praktika bei einem regionalen Radiosender gemacht. Daraus entwickelte sich dann später eine freie Mitarbeit, der ich neben meinem Abitur nachgegangen bin. Außerdem habe ich ein Schulradio an meiner ehemaligen Schule durch meine in den Praktika erworbenen Kenntnisse mit aufgebaut und dort diverse Live-Sendungen organisiert und moderiert. So habe ich mich tatsächlich schon fast überall mal ausprobiert. 

 

Aufbau des Studiums

Was gibt es grob für Inhalte in dem Studiengang?
Die Inhalte des Studiengangs Kommunikationsmanagement sind sehr vielfältig. Sie reichen von unabhängigen Journalismus bis zur Öffentlichkeitsarbeit für Unternehmen und andere Organisationen. Doch der Fokus liegt dabei eher auf Letzterem. Die Beschäftigung mit dem Journalismus dient deshalb eher dazu, sich klar zu machen, dass der Beruf des Kommunikationsmanagers eng mit dem des Journalisten verknüpft ist und beide voneinander abhängen. So wird fleißig geübt, neben Pressemitteilungen auch journalistische Texte zu schreiben. Wir befassen uns auch viel mit dem Mediensystem, Presseethik und -recht oder der Geschichte von Öffentlichkeit, aber auch mit Unternehmensstrukturen oder strategischen Kommunikationskonzepten. 

 

Wie ist die Verteilung von Praxis und Theorie? Überwiegt ein Teil?
Praxis und Theorie sind ausgeglichen und beides ist gerade in den ersten Semestern gleich stark vertreten. So gibt es neben den klassischen Vorlesungen sehr viele Seminare und Übungen, in denen man selbst aktiv wird und diverse Texte schreibt oder Präsentationen erstellt. Zudem sind mehrere Pflichtpraktika vorgeschrieben, die zumeist in die Zeit der Semesterferien fallen. Auch hierbei erkannte man nochmal die Dominanz der Thematik Öffentlichkeitsarbeit. Denn es müssen zwei dreimonatige Praktika in der Presseabteilung eines Unternehmens oder einer Agentur absolviert werden und dagegen nur ein vierwöchiges Praktikum in einer journalistischen Redaktion. Dennoch sieht man an den lang bemessenen Zeiträumen der Praktika, dass der Praxisteil in diesem Studiengang schon enorm hoch ist. 

 

Eine Lösung für „Irgendwas mit Medien“?

Kam bei dir auch einmal der Gedanke auf, dass du „irgendwas mit Medien“ machen möchtest? Wenn ja, erscheint dir das Studium als eine gute Lösungsmöglichkeit?
Die Hochschule Osnabrück und die Dozenten selbst bewerben diesen Studiengang des öfteren mit der Frage „Möchtest du irgendwas mit Medien machen?“. Und tatsächlich war das auch mal Thema in den Einführungsveranstaltungen und ersten Vorlesungen. 

Natürlich wirkt es im ersten Moment so, dass dieser Studiengang dir die Antwort geben kann, was denn nun das „irgendwas“ ist und bestimmt kann man das über die Zeit während des Studiums auch für sich herausfinden, doch sollte man sich eben im Klaren sein, dass das Studium auch in eine Richtung geht: Und das sind Öffentlichkeitsarbeit und PR. Ich rate eher dazu, sich vorher klar zu machen, was man später mal beruflich machen möchte und nicht in einem Studiengang landet, der einen unzufrieden macht.  Die Berufe in der Medienlandschaft sind so vielfältig, sodass diese kein einziger Studiengang und keine Ausbildung jemals abdecken könnte. 

 

Berufswahl nach Studium

Wusstest du bei der Wahl vom Studiengang, in welchem Beruf genau du damit arbeiten möchtest? Wenn ja, hat der sich in der Zwischenzeit noch mal verändert?
Tatsächlich haben sich bei mir einfach weitere Optionen gebildet. Mein Traumberuf bleibt weiterhin der des Redakteurs beim Radio. Diesen werde ich nach meinem Studium wohl weiterhin verwirklichen wollen. Die anderen beruflichen Optionen, wie das Arbeiten in einer Presseabteilung einer Organisation, wurden uns im Studium natürlich vorgestellt. Aber erst spätestens nach meinem ersten Praktikum kann ich wohl beurteilen, ob diese Arbeit wirklich was für mich ist und ob Öffentlichkeitsarbeit tatsächlich gar nicht so anders ist.

 

Studiengangvielfalt als Chance?

Heutzutage gibt es sehr viele Studiengänge: Glaubst du, dass die Vielzahl eine Chance ist?
Ja, denn nicht nur die Studiengänge, sondern eben auch die späteren Berufsmöglichkeiten sind so vielfältig – gerade heutzutage durch die digitalen Medien. Aber eben nur wenn man sich im Klaren ist, was man später mal machen möchte, dann ist diese Vielfalt eine Chance. Die Vielfalt führt andererseits aber auch zu genau dieser Orientierungslosigkeit, die sich in Aussagen wie „irgendwas mit Medien“ äußert. Man ist irgendwie fasziniert von den Medien, weil man täglich auch mit diversen Formen davon zu tun hat, aber weiß einfach nicht, was das Richtige für einen sein könnte. Das ist ein Dilemma, dem man nur mit intensiver Beschäftigung mit der Medienlandschaft begegnen kann, um dann zu wissen, in welche Richtung man gehen möchte.

 

Der Medienberuf

Was beinhaltet für dich allgemein ein Beruf in den Medien?
Ein Beruf in den Medien sollte für mich ein kollegiales Miteinander in der Abteilung oder Redaktion, die kritische Auseinandersetzung der zu behandelnden Themen, Kreativität in der Umsetzung und vor allem Spaß beinhalten.

 

Bald kommt noch ein Blog-Artikel mit meinen Vorgehensweisen zur Suche eines geeigneten Studiums online. Dort teile ich meine Tipps, die ich unter anderem von meinen Arbeitskollegen erhalten habe. 

 

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