Freiwillig engagieren neben dem FSJ

Jetzt macht ihr schon ein FSJ und dann soll da noch mehr freiwilliges Engagement dazu kommen? Leuchtete mir auch nicht direkt ein. Ich möchte hier aber gerne weitere Möglichkeiten aufzeigen, auch für alle, für die ein ganzes Jahr an einem Platz engagieren nicht in Frage kommt. Und deutlich machen, wie einfach es sein kann, sich freiwillig zu engagieren. Oftmals stellt man sich da etwas zeitaufwändiges und hoch kompliziertes vor. Aber schon die kleinsten Aufgaben können freiwillig für andere übernommen werden.

Wie findet ihr Ansprechpartner?

Gehen wir davon aus, dass ihr noch keinen Freiwilligendienst macht. Dann kann euer erster Ansprechpartner die Stadt sein. Sie weiß, welche ehrenamtlichen Vereine, welche Hilfsorganisationen und welche weiteren Anlaufstellen es dahingehend gibt. Ihr könnt euch natürlich auch vorher selbst schlau machen.

Das habe ich zum Beispiel in Lingen gefunden:

Oftmals gibt es Freiwilligenzentren. Bei denen schaut ihr auf der Homepage vorbei und findet dort meist auch schon eine Ansprechepartnerin samt Telefonnummer. Meist steht dort auch direkt, welche Aufgabenfelder es gibt und welchen Menschen ihr mit eurer Tätigkeit helft.

Falls die Internetseite nicht ergiebig ist, schaut doch einfach vor Ort vorbei. Dort können euch eure Fragen auf jeden Fall beantwortet werden und ihr bekommt auch schon gleich einen Eindruck von dem Arbeitsplatz.

Wenn ihr aktuell schon/noch ein FSJ/FÖJ/Bufdi macht, habt ihr es meiner Meinung nach noch leichter, etwas passendes zum freiwilligen Engagement zu finden. Erstens wisst ihr schon, was es heißt, sich freiwillig zu engagieren, habt schon einen ersten Einstieg (wahrscheinlich sogar mit Bewerbung) gehabt. Und zweitens habt ihr je nach dem wie lange ihr schon dabei seid auch schon eine Gemeinschaft und eine Gruppe an Ansprechpartnern voller Freiwillige. Wenn sie auch nicht alle direkt FSJler so wie ihr seid, wissen sie auch als eure Teamer, Arbeitgeber, wofür ihr euch noch anderweitig einsetzen könnt.

Wo könnt ihr euch freiwillig engagieren?

Tafel und Altenheim sind gängige Anlaufstellen. Dort wird fast immer Hilfe und Unterstützung benötigt. Also reicht meist ein Telefonat, um herauszufinden, ob und wie ihr helfen könnt.

Freiwillige werden immer gebraucht

Es gibt aber auch zahlreiche andere Anlaufstellen. Ihr könnt im  Tierheim  aushelfen oder  Immigranten  unterstützen. Oder ihr helft bei einem  Freizeitangebot für Behinderte  aus. Ihr könnt benachteiligten oder lern-schwächeren Schülern beim Lernen und Hausaufgaben bearbeiten helfen. Vielleicht werden dafür helfende Hände in der  Hausaufgabenbetreuung einer Schule benötigt. Wenn ihr Student seid, gibt es auch Möglichkeiten Online-Nachhilfe anzubieten. Zu Beginn der Corona-Krise gab es zum Beispiel das Angebot  “Corona-School” . Über die Seite konnten sich Studierende anmelden und ihre Fächer angeben, um dann passende Nachhilfeschüler vorgeschlagen zu bekommen. Per Mail oder Videotreffen wurde dann die Nachhilfe gegeben. Da bin ich aber überfragt, inwiefern das aktuell immer noch genutzt wird.

Es gab auch sogenannte Corona-Hilfen, die man als Freiwilliger bei der Stadt leisten konnte. Das wurde uns Freiwilligen vorgeschlagen. Manche von uns waren weder in ihrer Einsatzstelle, noch konnten sie Homeoffice Aufgaben wie ich machen. Für sie gab es die Möglichkeit sich öffentlich als helfende Hand zu melden. Eine Einsatzstelle warb zum Beispiel auch mit ihren Freiwilligen als Einkaufshilfe. Sie konnten angerufen werden und übernahmen dann zu bestimmten Zeiten die Einkäufe von älteren Menschen.

Woher kommen eure Freiwilligen Nachfolger?

Dieser Ansatz fällt vielleicht nicht in die typische Freiwilligenarbeit, sollte meiner Meinung nach aber unbedingt dazu gezählt werden: Für freiwillige engagieren. Ihr seid selbst Freiwilliger oder wollt einer werden? Dann tretet auch für eure Rechte, Ideen und Forderungen ein. Es stehen immer noch Forderungen nach einem höheren Taschengeld für Freiwillige sowie dem kostenlosen Fahren zur Einsatzstelle aus.  #freiefahrtfuerfreiwillige 

Wenn ihr wie ich einen festen Freiwilligendienst macht, ist es genau so sinnvoll, Werbung zu machen. Denn immerhin bleibt ihr der Einsatzstelle ja meist nur ein Jahr erhalten. Das heißt danach braucht sie auch wieder einen Nachfolger, der euren Platz einnimmt. Ihr könnt helfen, den zu finden!

Bei der LKJ Organisation läuft das Anmelde- und Bewerbungsverfahren für die verschiedenen Stellen über die LKJ Website ab. Aber auch die müssen die potenziellen Freiwilligen erst einmal begutachtet. Besser gesagt: eure Einsatzstelle. Und dafür könnt ihr sorgen! Ihr könnt Lehrer eurer (ehemaligen) Schule ansprechen und fragen, ob sie davon erzählen können. Vielleicht könnt ihr euch ja auch einen kleinen Besuch inklusive FSJ Vorstellung in einer Unterrichtsstunde sichern.

Wenn ihr Menschen kennt, die noch auf der Suche nach einem passenden Arbeitsplatz sind – noch besser. Die könnt ihr direkt auf eure Einsatzstelle verweisen oder sie zumindest mit euren Erfahrungen zu einem Dienst ermutigen.

Bei meiner Organisation gibt es zudem zahlreiche Möglichkeiten bei der Werbung zu helfen. Wir haben schon Artikel zu unseren Tätigkeiten geschrieben, die dann bald auf der Homepage zu sehen sind. Außerdem  konnte man für eine Kampagne Videos von sich in der Einsatzstelle machen, wo man interviewmäßig ein paar Fragen beantwortet. Wenn ihr möchtet, könnt ihr für eine Woche mal den Instagram Account der LKJ übernehmen, um von eurem FSJ dort zu berichten. Das habe ich zum Beispiel während des Abschlusseminars machen dürfen. Es gibt also viele Möglichkeiten. Eure eigenen Ideen sind natürlich auch immer gern gesehen!

Eigeninitative

Je nachdem wie viel Erfahrung ihr in der Freiwilligenarbeit schon habt oder einfach auch, wie viele Ideen ihr habt, könnt ihr natürlich auch selbst ein Projekt starten. Vielleicht lassen sich ein paar weitere Leute finden, die euch bei eurer Sache unterstützen wollen.

Wenn es ein komplett eigenes Projekt sein soll, könnt ihr trotzdem die Eigeninitative ergreifen (was beim Freiwilligendienst ja eigentlich sowieso immer der Fall ist). Womöglich kennt ihr Leute, die Hilfe benötigen. Schüler, die auf Nachhilfe angewiesen sind. Flüchtlinge, die deutsch lernen wollen. Senioren, deren Einkauf ihr erledigen könnt oder die sich über einen Spaziergang freuen. Ein Hund, der Gassi geführt werden muss. Hier heißt es: kreativ werden! Und vor allem offen für neue Erfahrungen und Menschen sein. Dann wird eure freiwillige Arbeit mit Sicherheit erfolgreich.

 

Wer mehr Input braucht:

FSJ in Zeiten von Corona

FSJ Kultur und die LKJ

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