FSJ in Zeiten von Corona

Von zu Hause aus arbeiten

Tja, auch ich sitze zurzeit zu Hause vor meinem Schreibtisch im „Homeoffice“. Inzwischen sind es gut zwei Wochen, in denen ich nicht mehr wie gewohnt an meinem Büroplatz bei der EVW in Lingen sitze. Auch dort wurden dann Schlag auf Schlag wie bei so vielen Unternehmen und auch Einsatzstellen entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen. Das bedeutete letztendlich auch Homeoffice für meine Kolleg*innen und mich. Aber nicht nur ich sitze zu Hause, sondern auch viele weitere FSJler*innen.

Welche Homeoffice Aufgaben bekommen Freiwillige?

Das ist eine schwer zu beantwortende Frage. Sowie viele Arbeitgeber*innen und auch ganze Teams vor der Frage standen und stehen, wie sie den Arbeitsalltag nun umstrukturieren, welche Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen/können – so steht auch die Einsatzstelle vor der Entscheidung, wie es nun mit der Freiwilligenarbeit weitergeht.

Da ist also schon mal wichtig zu wissen:  Die LKJ fällte bei uns keine allgemeine Entscheidung, sondern jede Einsatzstelle entschied individuell,  ob der/die Freiwillige ins Homeoffice geht, freigestellt wird oder mit gewissen Sicherheitsvorkehrungen erst noch im Betrieb bleiben darf.

Meine eigentliche Arbeitsaufgabe im FSJ wurde komplett gestrichen. Wie ich ja schon in ein paar Einträgen beschrieb, ist meine sonstige Hauptaufgabe der Veranstaltungskalender. Es lässt sich hier einfach erschließen, dass der in den letzten Wochen anfing überflüssig zu werden: Keine Veranstaltungen bedeutet keine Veranstaltungstipps von mir. Wir strichen sie also komplett aus dem Programm und ich war auch kurz erst mal geknickt. Auch wenn ich verstand, dass es natürlich überhaupt keinen Sinn machte, noch weiterhin welche zu produzieren (Veranstaltungen ließen sich auch schon kaum mehr finden…), kam es mir so vor, als hätte ich plötzlich gar keine Funktion mehr.

Es ließ sich aber eine Lösung finden: Wir begannen mit „Beschäftigungstipps“ für drinnen. Heißt konkret: Filme, Serien, Bücher, Apps und Spiele vorstellen. Ich bot an, diese von zu Hause aus zu produzieren. Dennoch verkleinerte sich mein Aufgabenfeld. Während ich bei den Veranstaltungstipps die Texte schreiben, einsprechen und dann die Beiträge schneiden konnte, kann ich nun von zu Hause aus nur noch die Tipps schreiben. Natürlich ist es besser als nichts zu machen, aber ein bisschen enttäuscht bin ich trotzdem. Jedoch sind da wahrscheinlich nicht die Beschäftigungstipps dran schuld und schon gar nicht meine Einsatzstelle – eher ist es der allgemeinen Lage und Stimmung zu zu schreiben.

Was fehlt im Homeoffice?

Ich spreche für viele Leute, wenn ich sage, dass die menschlichen Gespräche führenKontakte fehlen. Es kommt mir auch so vor, als wäre das neben aggressiven Plänen gegenüber den Menschen mit ihren blöden Hamsterkäufen auch das einzige Gesprächsthema, das man innerhalb des Haushaltes oder bei Telefonaten hat: „Ich will wieder raus.“ „Mir fehlen die sozialen Kontakte.“ „Mir fehlt der Austausch.“ Und ja mir fehlen meine Freunde auch. Aber was mir auch so sehr fehlt, sind meine Kolleg*innen von der Arbeit. Klar, sie gehören zum normalen Arbeitsalltag dazu und tragen einen großen Teil zu diesem „Normal Wirken“ bei. Weswegen das alleine am Schreibtisch Sitzen und vor sich hin tippen, ohne zwischendurch mal einen Spruch oder Kaffeeschlürfen zu hören, eindeutig zu Langeweile und Momenten der Einsamkeit führt.

Und da es, wie schon gesagt, den meisten FSJler*innen aktuell im Homeoffice ähnlich geht, fehlt auch mit ihnen in gewisser Weise der Erfahrungsaustausch. Zum Beispiel wenn jemand mal wieder was cooles erlebt und davon ein Bild geteilt hat oder was neues bei der Arbeit ausprobieren durfte, sich aufregen wollte und so weiter… Eben der ganz normale Tratsch und Unsinn.

Welcher Kontakt tatsächlich noch stärker geworden ist (so kommt es mir jedenfalls vor) ist der mit unserer Organisation bzw. unserer Koordinatorin. Sie informiert uns natürlich über alle Updates und erkundigt sich auch nach uns. Es werden außerdem  helfende Hände für den Aufbau der nächsten FSJ Jahre gebraucht!  Klar die LKJ muss wie jeder Betrieb weiter denken und auch die zukünftigen Plätze sichern. Ich bin aber zuversichtlich, dass sie von uns die nötige Hilfe bekommen werden. Schließlich haben ja gerade viele von uns genug Zeit, oder?

Wie geht das FSJ weiter?

Die LKJ ist zusammen mit uns am planen und überlegen. Wir tauschen uns über Ideen aus, wie wir weiterhin in Kontakt stehen können. Alle Großseminare im Mai sind abgesagt. Ein komisches Gefühl, da ich ja auch in meinem Beitrag FSJ Kultur und die LKJ noch davon sprach, wie sehr ich besonders auf das gespannt bin. Die Seminare werden auch nicht nachgeholt, wir können nur hoffen, dass das Abschlussseminar Ende Juli stattfinden kann. Falls nicht bin ich mir dennoch sicher, die anderen FSJler*innen aus meiner Gruppe Ems noch einmal zu treffen. Da wird das Interesse denke ich von allen Seiten gegeben sein!

Seminar über Videoanrufe im Homeoffice

So wird das Großseminar mit hoher Wahrscheinlichkeit als Webinar stattfinden. An der genauen Planung wird noch gearbeitet. Ich denke, dass wir einzelne Aufgaben zu den ursprünglich vorgesehenen Themen bekommen werden. Die Themen vom Großseminar gehen in eine gesellschaftskritische und Welt hinterfragende Richtung, weswegen es da auch gerade durch die aktuelle Lage mit Sicherheit genug zu behandeln gibt! Ich bin auf jeden Fall gespannt und probiere irgendwie mit eigenen Ideen und Vorschlägen meine Enttäuschung zu bekämpfen und zu besiegen!

Alles Weitere des FSJ’s kann man nun wie so vieles aktuell nicht planen. Nicht, welche Seminare stattfinden können, nicht, wann wir wieder in unseren Einsatzstellen arbeiten können. Ich probiere zuversichtlich zu bleiben – irgendwie wird schon alles.

Weitere Infos zur aktuellen Anmeldung, der Erreichbarkeit der LKJ sowie zu den Seminaren/Bildungstagen findet ihr auf der LKJ Seite.

Bleibt gesund und zu Hause. 🙂

 

Wer mehr Input braucht:

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