Mein erstes Webinar

Webinar statt Großseminar?

Wir hatten es schon befürchtet. Aber als die E-Mail mit der Absage der Großseminare kam, war die Enttäuschung dann doch groß. Das Großseminar ist eigentlich dafür da, um noch mehr Freiwillige zusammen zu bringen. Gleich drei Flussgruppen kommen hier zusammen. Die Freiwilligen beschäftigen sich mit aktuellen Themen und gestalten Themenräume dazu. Klar, dass also gerade das Großseminar in Zeiten von Corona nicht stattfinden konnte.

In meinem Beitrag “FSJ in Zeiten von Corona” hatte ich selbst schon Vermutungen, wie das Webinar vielleicht ablaufen würde. Aber was dann letztendlich wirklich online für uns möglich gemacht wurde, damit konnte niemand rechnen. Und auch die LKJ hatte nicht mit unserem Ansturm gerechnet. Ganze 170 Freiwillige meldeten sich von uns zum freiwilligen Webinar an. Wir konnten aus verschiedenen Workshops wählen, die Nachfrage war so groß, dass viele nur einen bis zwei wirklich wahrnehmen konnten.

Wie hat die LKJ das Webinar mit uns erlebt? Das lest ihr hier.

Das Werkstattangebot

Ich hatte das Glück zwei Workshops zu besuchen: einmal rund um Kunst und speziell das Bauhaus, und dann noch zum Thema Körpersprache und Bewegung. Wie soll das denn vor dem Computer gehen? Das habe ich mich auch gefragt und war um so faszinierter, als wir vor der Kamera alle einzeln und doch irgendwie gemeinsam die Übungen des Seminarleiters nachgemacht haben.

So haben wir in dem Workshop auch schon das Motto repräsentiert. Aus unserem Jahresmotto „In Bewegung“ wurde nämlich  „In Bewegung im Stillstand“ .

Webinar mit dem Motto In Bewegung im Stillstand

Quelle: Marie Sommer, www.fsjkultur.lkjnds.de

Im  „Let‘s talk about art“  Workshop, den ich am Mittwoch von 10 Uhr bis 18 Uhr hatte, konnte ich den ganzen Tag das machen, was ich durch die viele freie Zeit ohnehin wieder verstärkt tat: MALEN. Aber auch hier wurde wieder etwas gemeinsames geschaffen. Wir malten nicht nur für uns, sondern gestalteten alle auf einem Bildschirm gemeinsam. Es entstand zum Beispiel eine kreative „Sternennacht“ von Van Gogh.

Als größere Aufgabe malten wir dann alle für uns an einem Bild, das uns unsere Kursleiterin vorgegeben hatte: “Portrait of an Artist” von David Hockney. Jeder so wie er wollte und konnte. Gerade durch die Freiheit in der Gestaltung, kamen faszinierende Ergebnisse dabei heraus. Die teilten wir im Anschluss immer wieder auf unserer Pinnwand.

Webinar Workshop zum Gestalten

Quelle: Lara Timmermann

Das Engagement

Also zunächst sollte hier einmal das Engagement der LKJ genannt werden. Ohne sie wäre das ganze Angebot schließlich gar nicht entstanden.

Von täglichen Morgenposts (einen davon findet ihr zum Beispiel hier in der Galerie), die sich wie eine Zeitung lasen, über Themenräume von Freiwilligen zu Fridays for Future bis hin zu verschiedenem Morgen- und Abendprogramm.

Ich glaube es spricht schon für sich, wenn ich festhalte, dass wir beim Opening am Montag Morgen über 160 Leute waren. 160 Leute in einem Online-Video-Chat, damit hatte keiner gerechnet. Ich war zugegebenermaßen die ganze Anfangszeit damit beschäftigt, mich durch die Kamerabilder der anderen FSJler*innen zu klicken. Ich entdeckte ein paar von meinem Presseseminar im Dezember und auch ein Mädchen, mit dem ich mich damals bei der Auftaktveranstaltung unterhalten hatte. Und ich sah natürlich auch ganz viele bekannte Gesichter, wie meine Koordinatorin und weitere aus der Gruppe Ems.

Insgesamt war schon der Anfang ein tolles Gefühl von Gemeinschaft – wenn auch nur digital.

Das Webinar Programm

Wie ich eben schon andeutete, gab es tagtäglich ein Versorgungspaket für uns. So konnten sich auch alle die einbringen, die vielleicht in keine Werkstatt mehr gekommen waren oder zeitlich nicht von 10 bis 18 Uhr teilnehmen konnten.

Der Tag startete quasi mit einer  Morgenpost . Eine LKJ Mitarbeiterin gestaltete den Upload wirklich wie eine Zeitung und postete die immer auf einem Broadcast. Der diente uns während der Woche auch als Update-Quelle. In dem Zeitungsausschnitt ging es um das aktuelle Geschehen auf der Welt, aber auch um Interessen von uns. Dafür konnten wir vor Webinar Beginn verschiedene Bilder einschicken. Von Hobbys, die wir seit dem Homeoffice wieder angefangen haben oder auch inspirierende Fotos sowie Zitate, Liedtexte etc.

Wortwolke zum Webinar Motto "In Bewegung im Stillstand"

Quelle: Marie Sommer, www.fsjkultur.lkjnds.de

Danach ging es mit den  Mitmach-Aktionen  weiter. Die liefen dann wieder über einen Video-Raum. Es ging um Atemübungen quasi zum Reinkommen in den Tag. Da kann ich zum genauen Inhalt nicht so viele Infos zu liefern, da ich daran nicht teilgenommen habe.

Am Montag und Freitag fanden auch jeweils für jede Flussgruppe ein  Gruppentreffen  per Video-Chat statt. Dort tauschten wir uns zum Start über unsere Erwartungen aus und sprachen über allgemeine Infos, die unser weiteres FSJ betreffen. In der Abschlussrunde fanden wir uns dann zusammen, erstens natürlich um uns noch einmal zu sehen und zweitens, um Ideen und Verbesserungen zu sammeln. Zwar hoffen wir noch alle auf eine andere Antwort, aber mit großer Wahrscheinlichkeit muss auch das Abschlussseminar online stattfinden.

Kreativer Austausch

Während von Dienstag bis Donnerstag die verschiedenen  Werkstatt Angebote  liefen, konnten sich die anderen Freiwilligen auf Plattformen über Padlets austauschen. Es gab zum Beispiel eine Fotoseite. Dort war für jeden der fünf Tage ein eigenes Motto festgelegt, zu dem jeder der wollte ein passendes Foto hochladen konnte – meist auch mit einer ausführlichen Beschreibung. Die Seite fand ich glaube ich auch am besten, weil alle so coole Ideen hatten und die Begriffe so weitläufig interpretierten. Ein Foto von einem meiner geteilten Fotos findet ihr auch in der Galerie.

Eine weitere gestaltete Seite war „Fragen an die Welt“. Hier hat jeder der wollte eine Frage auf einen Zettel geschrieben, die ihn beschäftigt oder er an der Welt einfach nicht versteht. Da kam online auch eine spannende Zettelsammlung zusammen.

Mein Fazit

Ich muss es vorweg ganz klar sagen: Kein Webinar kann ein richtiges Seminar ersetzen.

Auch wenn ich mit der Einstellung in das Webinar gegangen bin, hat mich einiges doch positiv überrascht. Vor allem das trotzdem ein Miteinander-Gefühl entstehen konnte, war super. In meinem Blogeintrag rund um das Homeoffice hatte ich ja schon Vermutungen aufgestellt, wie es wohl werden würde. Da wusste ich noch nicht, wie viel wirklich möglich gemacht werden kann! In Hinblick auf das womögliche Abschluss-Webinar bin ich jetzt beruhigt, dass auch online so viele Ideen und Unsinn zusammen kommen.

Danke an das LKJ Team schon mal für die ganze Organisation!

 

Wer mehr Input braucht:

FSJ in Zeiten von Corona

Welche Seminare ihr machen müsst

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