Wie nutzt ihr das FSJ am besten?

Viele beginnen ihren Freiwilligendienst mit dem Ziel auch etwas verändern zu können. Vielleicht nicht gleich auf der ganzen Welt, aber eben in einem kleinen Teil davon. Und da verbirgt sich der erste Schritt, das FSJ gut zu nutzen. 

Wie bringt ihr euch im FSJ ein?

Zu Beginn des FSJ’s erhaltet ihr natürlich erst einmal Aufgaben, die für die Freiwilligenstelle im Betrieb vorgesehen sind (sofern der Betrieb bereits FSJler*innen hatte). Mit der Zeit kann sich euer Aufgabenfeld aber erweitern. Und daran seid ihr auch mit verantwortlich. Denn  wenn du eine Aufgabe hast, die du auch gerne übernehmen würdest, frag das bei deinen Kolleg*innen an! 

Wer das Gefühl hat, dass sich dafür gerade nichts anbietet oder sich „ideenlos“ fühlt, dem kann ich nur sagen:  sagt zu allen Aufgaben ja, die ihr übernehmen könntet.  Meist ist es so, dass die Einsatzstelle euch natürlich auch nicht überfordern möchte – nur manchmal ins kalte Wasser schmeißt – und ihr deswegen die Wahl habt, ob ihr das jetzt wirklich machen möchtet. So lief zum Beispiel auch die Anfrage an mich für den ersten alleinigen Besuch eines Pressetermins. So habt ihr sozusagen das Prinzip „zu allem ja sagen“. Und das ist vor allem in der Anfangszeit gut so. Auch wenn ihr eine Aufgabe dann vielleicht mal nicht so super gemeistert habt, ihr werdet daraus lernen. Eure Kolleg*innen kennen ja auch eure Position: Ihr seid Freiwillige, meist gerade aus der Schule raus, ohne Ausbildung. Ihr solltet also von dem Gedanken wegkommen, dass ihr alles schon so gut können müsst, wie eure Kolleg*innen in der Einsatzstelle. Natürlich solltet ihr euch trotzdem Mühe geben und die Vorgaben beachten. Genau so könnt ihr euch an der Herangehensweise eurer Kolleg*innen orientieren oder wenn ihr noch große Unsicherheiten bei der Bearbeitung habt: einfach noch mal nachfragen!

Inspiration von anderen Menschen

Für mich bedeutet ein erfolgreiches freiwilliges soziales Jahr auch, dass ich in der Zeit viele neue Begegnungen mache, die mich in welcher Art auch immer weiterbringen. Ganz einfach startet ihr da mit euren LKJ Ansprechpartner*innen und eurer FSJ Gruppe.

Aber dann können auch weitere Begegnungen hinzukommen, je nachdem wie ihr damit umgeht. Und mein Rat ist es:  Seid offen gegenüber anderen Menschen.  Ob wie bei mir bei einem Pressetermin oder wenn ich wildfremde Menschen auf der Straße mit meinen Umfragen vollgedröhnt habe – traut euch zu reden. Ich habe dadurch so viele interessante Einblicke bekommen und Geschichten gehört. Unter anderem eben auch Geschichten, die mir irgendwo Inspiration geben. Presseleute, die mir ihren Werdegang mitteilten, eine Frau, die Teil meiner Umfrage wurde und sich mit mir über verschiedene Freiwilligendienste unterhielt. Entweder habt ihr dadurch einen interessanten Moment oder mit etwas Glück auch eine Inspiration oder Chance für eure Zukunft. Wer weiß, vielleicht bringen euch die geknüpften Kontakte ja auch noch etwas für eure berufliche Zukunft

Das eigene FSJ Projekt

Die beste Möglichkeit, euer FSJ bestmöglich zu nutzen ist und bleibt euer eigenständiges Projekt. Dazu habe ich noch mal einen eigenen Beitrag geschrieben. Den findet ihr am Ende von diesem hier. 

Projekt Sichtbar werden

2018/2019 „Sichtbar werden“, Quelle: www.fsjkultur.lkjnds.de

Besonders mit eurem Projekt habt ihr die Chance euch einzubringen. Nicht nur das, ihr habt eine viel größere Möglichkeit etwas zu verändern – wenn auch nur ein bisschen. Vielleicht stört euch die Homepage eurer Einsatzstelle und ihr habt eine Idee, die viel besser bei den Besuchern ankommen könnte. Oder ihr wollt eine bestimmte Message vermitteln. Dann plant eine Info-Veranstaltung über das Thema und gestaltet die für euer gewünschtes Publikum. Das großartige an dem Freiwilligen-Projekt ist, dass ihr nahezu alles machen könnt. Das heißt, hier kann es nur um eure Interessen gehen. Was möchtet ihr verändern? Wem möchtet ihr helfen? Womöglich hinterlasst ihr mit eurem Projekt auch noch etwas für die Zeit nach eurem FSJ. Wie in meinem Fall, sollte ich den Blog auch nach diesem Jahr weiterführen. Oder ihr konstruiert eine neue Programmreihe im Radio, die vielleicht auch noch Jahre danach zu hören ist. 

Projekt Sichtbar werden

2018/2019 „Sichtbar werden“, Quelle: www.fsjkultur.lkjnds.de

Mein Rat ist also: Beschäftigt euch intensiv mit eurem Projekt, wenn es eure Arbeitszeiten zu lassen. Habt keine Angst, dass ihr keine gute Idee haben werdet. Zur Not könnt ihr euch auch immer Rat von eurer Einsatzstelle holen. Und auch dann liegt die restliche Organisation in eurer Hand. Nutzt die Chance, etwas ganz eigenes gestalten zu können. Denn wenn ihr das dann gemeistert habt – sei es mit einer erfolgreichen Veranstaltung, einem fertigen Kinderbuch oder einem Blog – werdet ihr stolz auf euch sein und ganz individuelle Erfahrungen gesammelt haben. 

Wie bekommt ihr Feedback?

Ihr bringt euch ein, übernehmt neue Aufgaben und teilt eure Ideen. Aber wie kommt das bei eurer Einsatzstelle überhaupt an? Optimal ist es, wenn eure Kolleg*innen euch selbstständig Feedback geben. Das kann in regelmäßigen Meetings vorkommen oder auch in einem kurzen Einzelgespräch. Wichtig ist, dass ihr euch das Feedback wirklich zu Herzen nehmt und es probiert umzusetzen (das sollte aber sowieso immer der Fall sein, nicht nur im FSJ). Noch wichtiger jedoch ist, dass ihr euch meldet und zugebt, wenn ihr das Gefühl habt, es nicht richtig umsetzen zu können. Im FSJ kann es oft sein, dass ihr schnell viel Verantwortung bekommt (was echt cool sein kann!), was auch mal zu Überforderung führen kann.

Wenn eure Einsatzstelle euch nicht von sich aus Rückmeldungen gibt, fragt zwischendurch mal nach. Das habe ich zum Beispiel nicht getan. Stattdessen habe ich die ganze Zeit gewartet und dachte mir „hm naja, würde ich es ganz schlecht machen, hätten sie wohl schon etwas gesagt“. Das ist nicht die richtige Herangehensweise. Denn nur wenn ihr wisst, was ihr vielleicht noch verbessern könnt – und es gibt nahezu immer etwas – lernt ihr daraus. Und ich kann es nur immer wieder sagen: Ihr habt diese Erfahrung ja nicht nur für jetzt, sondern ihr sammelt auch „nur“ als Freiwillige einen Haufen Arbeitserfahrung. Und um die so gut wie möglich zu machen, ist Feedback sehr bedeutsam.

Wie gebt ihr Feedback?

Damit ihr ein erfolgreiches FSJ habt, ist es nicht nur wichtig, dass ihr euch verbessert, sondern auch, dass eure Kolleg*innen über eure Bedürfnisse Bescheid wissen. Das muss nicht gleich am ersten Arbeitstag passieren. Eher, wenn ihr wirklich ein Anliegen habt. Besonders wichtig ist es, dass ihr euch meldet, wenn euch etwas stört. Eine Arbeitsweise, ein Umgang Sprechblasenmit euch, ihr fühlt euch ungerecht behandelt – etwas was in den Bereich fällt. Wie bei einem festen Arbeitsplatz könnt ihr auch euer FSJ nur so erfolgreich meistern. Vor allem erleichtert ihr euch somit den Arbeitsalltag und überlegt nicht jeden Morgen, wie schlimm es wohl heute werden wird.  

Um das Feedback möglichst gut rüber zu bringen, ist es einfach wichtig, dass ihr euch eine ruhige Situation aussucht. Vielleicht sitzt ihr auch zu acht im Büro und wollt aber, dass nur die betroffene Person im Gespräch dabei ist – sowas solltet ihr dann ankündigen. Ihr könnt auch hier, wie für euer eigenes Feedback, nach einer Art „Feedbackrunde“ fragen. 

 

Wer mehr Input braucht: 

Meine Projektplanung

Medien und Kultur – wie geht das?

FSJ – und dann?

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